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News > 2009
24.06.2009
So, habe endlich das Schlafdefizit vom Ausflug zum Social
Distortion-Konzert letzten Mittwoch nach Düsseldorf
abgearbeitet. Was ein grandioser Abend! 7000 Kehlen in der ausverkauften
Philipshalle singen"Sick Boy" - großes Tennis! Wer
hätte gedacht, das Social D. einen solchen Status erlangen?
Natürlich kommt jetzt wieder die Garagen-Punk-Polizei an und
fuchtelt mahnend mahnend mit dem Finger vor meinem Gesicht, nein,
man kann keine Band gut finden, die mehr als 1000 Platten verkauft
und mehr als 100 Leute auf ihren Shows zieht, das hat doch nichts
mehr mit Punk zu tun! Ich dagegen sage, mittlerweile mit einer gehörigen
Portion Altersweisheit gesegnet: Haltet ein, ihr jungen Punkrock-Gutmenschen,
was ist dagegen einzuwenden, wenn ein Haufen Endvierziger mit ihrer
Musik seinen Lebensunterhalt verdient? Nichts, finde ich, auch wenn
sie und insbesondere natürlich der Frontmann ihren Lebensunterhalt
sogar sehr gut (incl. Autosammlung etc.) verdient. Immerhin waren
die Eintrittspreise mit 31 € für die Shows hierzulande
inkl. cooler Supportband moderat, es gibt manchen Gig im Gleis 22,
der 18 -19 Euro kostet. Für mich ist Social D. eine Band, die
zeigt, dass man als Punkrocker auch in Würde altern kann und
nicht mit ner Pulle Ja-Korn in der Fußgängerzone dahinvegetieren
muss. Mir ist natürlich auch klar, dass man sich auf so einer
Großveranstaltung ein bißchen "Punkrock-Theater"
mitkauft. Denoch finde ich bis dato alle S.D. Platten vollkommen
authentisch und unpeinlich und komme mir als Fan keinesfalls verarscht
vor. Vielleicht gibt es einfach einen Unterschied über den
Show-biz Gedanken dies- und jenseits des Atlantiks. Amerikanische
Bands von Ramones bis NoFx hätten größtenteils kein
Problem damit, mit ihrer Mucke Kohle zumachen. Man darf nur nicht
seine Wurzeln aus den Augen verlieren und so wie die "ganzkörpertätowierten
Authenzitäts-Simulanten" (Ox) Rancid
seinen Fans CD-Packages für 150 $ verkaufen wollen. Das sollte
man Global Playern wie U2 überlassen, Krise
im Musik-Biz hin oder her.
Zurück zum Thema: Dank pünktlicher Abreise und staufreier
Fahrt war unser Didi-Mobil schon um 19:00h auf dem Parkplatz des
Veranstaltungortes angekommen. So blieb jede Menge Zeit, um mit
allen möglichen Bekannten, die aus allen Himmelsrichtungen
angereist waren (z.B. ein kompletter Reisebus aus Bremen), zu quatschen
und ein paar Kaltgetränke einzunehmen. Die erste Band des Abends,
Black Sheep, haben sich die allermeisten gespart, sollte es sich
doch um eine angeblich gecastete Mädchen-Band aus Köln
handeln. Der Auftritt von Gaslight Anthem als 2.
Support stellte dann den ersten Höhepunkt des Abends dar. Man
gab den Indie-Bastard-Söhnen von Bruce immerhin 40 Minuten,
um die sich langsam füllende Halle ein wenig aufzuheizen. Unterbrochen
wurde die Show nur von einen Anruf von Mike Ness, der kurz über
den GA-Sänger Grüße ausrichten ließ. Ganz
verstanden habe ich diese Aktion auch nicht. Egal, auf jeden Fall
habe ich die Jungs aus Jersey das erste Mal live gesehen und finde
mich in meiner Meinung bestätigt, dass ihr Album "The
59 Sound" die Platte des letzten Jahres war. Nach
erfreulich kurzer Pause gingen dann um kurz vor 22.00h erneut die
Lichter der Halle aus und Mike Ness und seine Mannen enterten die
Bühne. Die ersten 4 Songs waren ein Feuerwerk schneller Nummern
aus der Frühphase, "The Creeps", "Another state
of mind","1945" und natürlich "Mommys little
Monster". Wahrscheinlich hätten die alten Säcke später
auch keine Kondition mehr für die schnellen Punk-Hits gehabt.
Dann folgte ein buntes Potpurri aus späteren Werken, "Highway
101", "Ring of fire" und u.a. das von mir wegen seiner
Dramatik geschätzte Bombaststück "Prison bound".
Nach schon einer Stunde hieß es dann erstmal "Thank you,
good night", was ich doch relativ frech fand. Die dann folgende
Zugabe inklusive "Story of my life" brachte die Gesamtspielzeit
dann immerhin auf gut 1 1/2 Stunden, was letztenendes o.k. war.
Zwei neue Stücke wurden zum besten gegeben, nämlich "Can´t
take it with you" und "Still alive", sowie eine aufgemöbelte
Version von "Can´t run no more", welches sie anno
1998 bei einer WDR Rocknacht schon mal an gleicher Stelle zum besten
gaben. Letzteres war ganz o.k., aber die beiden anderen Stücke
fand ich doch leider ziemlich schwach. "Can´t take..."
ist eine mid-tempo Boogie-Blues-Nummer und "Still alive"
ein Pop-Punk-Liedchen, wie man es heuer gelegentlich von skandinavischen
Interpreten in den Charts findet. Hmmm! Meine Skepsis wurde von
meinen Homies nicht geteilt, die alles "super" fanden.
Ich will auch nicht zu sehr meckern, alles in allem war es ein grandioser
Abend. Die Songauswahl war klasse, der neue Drummer haute ordentlich
auf die Pauke und auch Mike Ness schien gut gelaunt angesichts der
großen Anzahl seiner Bewunderer. Einziger Schwachpunkt war
die Tatsache, dass man nach der Show 45 Minuten auf dem Parkplatz
der Halle festsass, da es tatsächlich zur Strasse hin eine
Ampel gab, die um 0:30h nur eine Handvoll Autos pro Grünphase
rausließ. Zeit genug, ein paar Dosen Bier zu leeren, die schwadronierende
Hänler für 2,50€ an durstige Kehlen ab Palette vertickten.
Das war dem Rauskommen am nächsten Morgen um 06:30h natürlich
nicht gerade förderlich, aber egal - Social D. kommen nur alle
paar Jahre in die Nähe.
18.03.2009
Yee-Haw, Freitag der 13. war mein Glückstag! Nicht nur dass der
glorreiche SC Preußen Münster 3 zu 2 gegen die unter der Anleitung
des Obersympathen Mario Basler spielende Eintracht Trier gewonnen
hat, nein, ich bin auch am selben Tag das 2. Mal Vater geworden:
Jan Bela heißt der jüngste Rocker in der Familie. Da gratulier ich
mir doch glatt selbst.
Wohl noch etwas zu früh kommt für JB wohl das (von hier aus) nächst
gelegene Konzert der verehrten Social Distortion am
17. Juni in der Düsseldorfer Phillipshalle (VVK ca 30 €). Im
Vorprogramm sieht man Gaslight Anthem, zumindest schon
mal besser als die blöden Backyard Babies von der letzten Tour.
G.A. haben vor 2 Jahren übrigens noch in der Dönerbude am Münsteraner
Bahnhof gespielt. So schnell kanns kommen mit dem Ruhm.
Interessant, aber aus ´ner anderen Ecke folgender Konzert-Tip für
Rock-City Münster: die ehemaligen Crypt Rec. Bands Gories und Oblivians
spielen am Dienstag, 14.07. im Gleis 22. Eine der wenigen Europa-Shows
überhaupt! Also: Vormerken, Hingehen, Familie alleine nach Gran
Canaria fliegen lassen! Es haben schon Typen aus Holland nach Karten
gefragt, als wirklich noch nix im Internet stand. Kann also voll
werden, trotz hochsommerlichen Termins. (VVK ca. 12 €)
05.02.2009
"Hey, I´m on my way, on a journey out of this world." Lux
Interior ist tot. Er verstarb gestern 62-jährig an den Folgen eines
Herzleidens in Glendale/Ca. Damit tritt einer der großen Helden meiner Jugend ab.
Während meiner musikalischen Sozialisation so um das 16. Lebensjahr,
das ist also schon ein Vierteljahrhundert her, gab es 4 grundlegende
Pfeiler in meinem Musikuniversum: The Clash, Die Toten Hosen, Sex
Pistols und die Cramps! Gab es eine perfektere Verbindung
vom Rock´n´Roll der Fünfziger zum Rock´n´Roll der Siebziger, nämlich
Punkrock? Wer die Cramps einmal live gesehen hat, wird das nie vergessen!
Scheiße, ich bin echt berührt! Das coolste Paar des Rock ´n´Roll,
Poison Ivy und Lux Interior ist nun für immer auseinandergerissen.
Ich besitze ca. 25 Platten der Cramps, sie sind bestimmt die am
meisten gebootleggte Band der Welt. Am liebsten würde ich mich hinsetzten
und alle nacheinander bei ´ner Pulle Schluck und nem Kasten
Bier hören bis ich umfalle. Goodbye Lux, I love you!
03.12.2008
Die Münsteraner Garagen-Punk Veteranen Hidden Charms haben eine
neue 4 Track Single raus. "Cheap, cheap, cheap" kommt
im cheapo-Spray-Cover designed by Duniel (Visit www.duniel.de) auf
Squoodge Records. Produziert hat wie immer der Mann an den Fellen,
Börge. Limitiert auf 300 Stück mit Gratis-Poster! Zu bekommen bei
den üblichen Verdächtigen und ganz sicher bei Green Hell.
16.10.008
So, lange gab es keine News, erstens weil´s nix Neues gab, zweitens,
weil ich keine Zeit hatte, bin nämlich mal wieder umgezogen und
das wird von Mal zu Mal aufwendiger, weil der Haushalt mittlerweile
auf 3 ½ Personen angewachsen ist. Nicht nur Tausende von Tonträgern
müssen mit, nein, eine ganze Armada von Bobbycars, Dreirädern und
Steiftieren ist dazu gekommen. Erst kürzlich konnte ich mir daher
wieder den Genuß von Live-Musik im geliebten Gleis 22 gönnen. Die
fabulösen Masonics waren zum wiederholten Male zu Gast
im schmaukedelic Showroom an der Hafenstrasse. Tage später erfuhr
ich bei der Nachbereitung des Abends mit Promoter Markus, dass Sänger
Mickey schon sagenhafte 58 Jahre alt ist, mein lieber Scholli! Dass
er schon satt in den 40ern steckte, hätte ich wohl gedacht, schließlich
ist er schon vor gut 25 Jahren mit Billy Childish und
den Milkshakes um die Häuser gezogen. Hat sich also
gut gehalten. Und dass, oder gerade weil er jeden Abend, wenn er
auf Tour ist, mit seinen Jungs als letzter die Lichter aus macht.
In Münster war das um 5:30h der Fall. Schlußfolgerung: Rock´n´Roll
und Saufen hält jung. Mir fällt auf jeden Fall kein Gegenbeispiel
ein. Die andere Frage des Abends: Mit wem ist Ludella Black,
die Chanteuse aus dem Mittelteil des Sets, zusammen? Mit Mickey!
Seit 20 Jahren sind die beiden verheiratet und leben auf einem Hausboot
auf dem River Medway. Der Gig selber war ein aufregender Ritt durch
sämtliche coolen Spielarten von Sixties Musik (und einer Johnny
Moped Coverversion) mit Unterstützung der schon erwähnten Headcoatee
Ludella, die mit 5 bis 6 Stücken für etwas Abwechslung sorgte. Bei
Holly Golightly, die aus der Headcoatees-Truppe die Singerei bekanntlich
etwas ernsthafter betreibt, wird mir über eine ganze Platte oder
ein Konzert immer etwas langweilig, aber als Farbkleks im Abendpogramm
fand ich Miss Black sehr ok. Ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall
wieder dabei, wenn ich nicht wieder umziehe oder meine Frau wieder
in den Wehen liegt.
Die Grizzly Adams Band gibt sich und uns mal wieder
die Ehre eines ihrer seltenen Konzerte und zwar steht zum 10-jährigem
Bandjubuläum ein punkrockiger Rutsch in den Heiligen Abend
an: Am 23.12. im Gleis 22.
Neulich, das Fernsehen war wieder grottig, die Frau blockierte die
Flimmerkiste mit irgendwelchen Kochshows, hatte ich beim Surfen
im Netz eine (halbwegs) aktuelle Seite von Tommi Stumpff
entdeckt, seiner Zeit Sänger der von mir sehr geschätzten Düsseldorfer
Punkband KFC. Und, oh wunder, trotz Ox Studiums etc.,
war mir entgangen, dass die Band kürzlich ein Konzert gegeben hatte.
Schon im Februar wurde anlässlich des 50sten des Frontmannes ein
ausverkaufter Gig in der Landeshauptstadt absolviert. Neben Tommi
sind noch Käpt´n Nuss am Bass aus der letzten Originalbesetzung
dabei sowie 2 Mann von den Bollocks, eine mir nur vom Hörensagen
bekannte Traditionalisten-Combo aus D´dorf, die auch schon zig Jahre
am Start sind. Neben den alten Gassenhauern des Kriminal-Förderungs-Clubs
wurden auch einige Stumpff´sche Solo-Sachen zum besten gegeben.
Ich würde ja gerne mal „Mich kriegt ihr nicht“ als Punkversion hören.
Seinerzeit waren Tommi´s Elektro- Solo Sachen schon echt das krasseste,
was so auf dem Markt war. Da haben sich Nine Inch Nails sicher mal
ne Scheibe abgeschnitten. Ich plädiere auf weitere Konzerte, auch
wenn häufig nach derlei Comeback-Versuchen manchmal Enttäuschung
einstellt, wenn der Mythos erst mal verflogen ist.
http://tommi-stumpff.blogspot.com/
11.07.2008
Hey-ho, F**kin´Hell! Kriege rockass-mässig einfach nix gewuppt,
sorry! Arbeit, Familie, Umzugspläne - mehr als Full-time Beschäftigung.
Der Plan besteht nach wie vor darin alle Interviews online zu kriegen,
aber das dauert noch. Ein Arbeitstreffen mit Online-Administrator
Holger Rockass scheiterte am übermäßigen Alkoholkonsum beim Vainstream
Festival, der mich kommunikationsunfähig für den Rest des Wochenendes
zurückließ. Eigentlich bin ich abgesehen von Fußball-Spielen kein
Freund von Massen-Veranstaltungen, aber das besagte Spektakel am
Hawerkamp-Gelände hatte schon was! Zunächst geschockt von den nie
für möglich gehaltenen Ausmaßen der Veranstaltung (10.000 Leute!)
wurde ich mit dem Event dann in den nächsten Stunden doch warm,
da ich viele Leute getroffen habe, Bier- und Dönernachschub trotz
der vielen Besucher hervorragend rund lief und die Bands alle ganz
ok. waren. Hätte nie gedacht, dass es in Münster überhaupt ein Gelände
gibt, um das alles umzusetzen. 40 Minuten Showtime sind natürlich
für eine geile Band (Tiger Army) zu wenig, aber dafür für geht-so-wollt-ich
immer-mal-gesehen-haben Bands (Madball) in Ordnung, so dass der
Mix den Tag entertainment-mässig sehr abwechslungsreich von statten
gehen ließ. Dazu kam wie schon angesprochen eine ansehnliche Taktzahl
was Pilskonsum in der dann doch noch zu Vorschein gekommenen Sonne
anging. Tatsächlich war die Veranstaltung wie geplant um 22:30h
zu Ende, aber bis dahin habe ich es gar nicht mehr ausgehalten und
bin schon beim Sick of it all - Auftritt abgehauen und habe meine
noch vorhandenen Biermarken (und das müssen ne ganze Menge gewesen
sein) irgend einem Typen in die Hand gedrückt, den ich vom Sehen
aus dem Gleis kannte. Zu eben diesem Club zog es mich dann, da ich
dort Holger treffen wollte, der sich dort mit der alten Gleisianer-Meschpoke
die Schmaukeldelic-Show von Viva L´American Death Ray reinziehen
wollte. Ein Stück von den Art-Punk-Epigonen , die in Panzerknacker-Outfit
(so kam es mir zumindest vor) ihren Set zum Besten gaben, habe ich
auch noch ausgehalten, dann zog die Vernunft die Notbremse und führte
mich über Papa George die letzte Pita des Tages verzehrend nach
Hause ins Bett. Am nächsten Tag um 08:00h weckte mich Nils Rockass,
indem er mir seinen neuen Bagger über die Rübe zog und alles war
wieder gut.
Das Gleis 22 hat bis 17.08. Sommerpause. Der erste Gig der neuen
Saison ist am Mittwoch den 03.09. von Qui mit David Yow of Jesus
Lizard-Fame. Let there be noise!
Gibt es jemand der die Stooges scheiße findet? Der sollte nicht
das Tourtagebuch von Mike Watt mit the Ig und den Ashton Brüdern
lesen! Sehr amüsant! http://hootpage.com/hoot_stoogestourdiary2008a.html
26.05.2008
Back from Vegas! 1 Woche gute Laune und gute Musik, ausschließlich
fleischhaltige Mahlzeiten sowie ein paar Hektoliter Pabst Blue Ribbon
Billigbier liegen hinter mir bzw. schwer auf der Leber. Das Viva
Las Vegas Festival, das im Gold Coast Hotel, einem 1b- Casino
etwas abseits des Strip stattfand, war eine feine Veranstaltung
mit guten Bands und jeder Menge cooler Leute. Dort übernahmen für
4 Tage die Rock´n ´Roller das Zepter, vom Original 50er Jahre-Opi
bis zum halstätowierten Hispanic-Gang Jungspund reichte die Bandbreite
des zahlreich erschienenen Publikums, das die Showrooms, Bars und
Zockertische nahezu komplett besetzte. Der erste Tag begann nach
24 Stunden Anreise und 9 Stunden Zeitunterschied mit ein paar Warm-up
Bieren (2,50$/Dose) zur Begrüßung von Holger Pubass` Kaarst-Connection
einschließlich Ray Collins, der mit seinem Hot
Club das Gelände unsicher machte. Am 2. Tag wurde tagsüber
erst mal der lokale Apple Store leergekauft und der Pool im Flamingo
Hotel ausgecheckt. Sehr nette Anlage, neben den gefiederten Namensgebern
laufen hier auch einige bikinibeschürtzte junge Damen herum und
bringen einem Cocktails und andere Erfrischungen, allerdings nicht
für 2,50$. Abends dann mit dem Taxi zum Gold Coast, was bei dem
Stau am Strip wohl zu Fuß schneller gegangen wäre. Zum Einstimmen
gaben wir uns Deke Dekerson, der mit seiner Band immer
eine gewisse humoristische Note mitbringt, was den sonst sehr ernsten
Billygestalten manchmal ein wenig abgeht. Danach enterten Kolle
und sein Heiß-Klub die Bühne im unteren Showroom und sorgte für
Stimmung und eine wohlgefüllte Tanzfläche. Beim Blick auf das Publikum
konnte man sich in einer Zeitmaschine in die 40er/50er zurückversetzt
fühlen, so authentisch ging es beim tanzenden Volk zu. Na ja, ich
hatte keine Dame zum Tanzen dabei und hielt mich dafür mit Elektrolytausgleich
auf Trab. Manchmal stockte der Nachschub beim köstlichen Billigbier
aus Milwaukee, aber eiskalt war es immer, das muss man den Bartendern
lassen. Warm wäre das Zeug, wie sämtliche Gerstensäfte aus amerikanischer
Produktion, auch nicht zu genießen gewesen. Der nächste Tag sollte
einen weiteren Höhepunkt erleben, nämlich die Hochzeit von Pubass´
altem Kumpel Jörn und seiner bezaubernden Verlobten Katja. Vegas
ist ja bekanntlich der ideale Ort für schnelles und unkompliziertes
Vermählen, das wusste schließlich schon der King. Die kleine, aber
feine Little Church of Vegas wurde neben meiner Wenigkeit und Trauzeugen
Pubass vom gesamten Hot Club in Bandgarderobe bevölkert und so bot
sich ein würdevoller Rahmen für den Bund des Lebens der beiden Düsseldorfer
Rock´n´Roll Fans. Von hier aus noch mal Glückwunsch. Das anschließende
Hochzeitsessen fand spontan im Hooters um die Ecke statt, allerdings
nicht in dem Teil des Restaurants, in dem die Möpse der Kellnerin
in den Burgern hängen, sondern (leider für uns alleinreisende) im
„Dan Marino´s“ Steakhaus im selben Gebäude. Dafür war das Fleisch
auf dem Teller sehr appetitlich. Leicht vorgeglüht konnte man so
abends wieder im Gold Coast aufschlagen, um sich Paul Ansells
Nr.9 und die Burlesque Dance-Show reinzuziehen. Etwas peinlich,
dass bei manchen Bands nur 50 Mann vor der Bühne standen, sich dagegen
bei der meiner Meinung etwas uncoolen Tittenparade das lechzenden
Volk (Männlein wie Weiblein) im Saal stapelte. Auf jeden Fall war
Tag 3 alkoholtechnisch ein Meilenstein des Las Vegas Aufenthaltes,
dennoch fanden wir uns immer am nächsten Morgen brav in Room 1604
des Flamingo Hotels wieder. Am letzten Tag haben wir die Pool-Party
des Festivals verpasst, weil wir im Outlet-Center shoppen waren,
das ist im Nachhinein schon etwas peinlich. Abends dann die letzten
Bands gucken, die Namen habe ich schon wieder vergessen, weil Billy
nicht mein Hauptdingen ist. Auf jeden Fall war nix dabei, von dem
ich mir eine Platte kaufen würde, das ist zumindest mein Hautkriterium
für ein richtig gute Band. So klang VLV langsam aus und wir konnten
uns am Montag bei einem Pooltag mit 30° mit den Flamingos und den
Bikinimädchen erholen. Am nachfolgenden Tag haben wir uns einen
Ford Mustang gemietet um mal die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
abzuklappern, Hoover-Stausee, Valley of Fire und watt es so gibt
in der Wüste um Vegas. War alles ok, aber am Geilsten ist es mit
einem 300 PS-Baby so schnell durch die Wüste zu heizen, bis man
über Bodenwellen springen kann. (Hat aber nicht geklappt). Abends
dann Essen im Hard Rock Hotel (das übrigens eines der Teuersten
vor Ort ist), Essen war scheiße (wie immer bergeweise Fleisch),
aber wir haben festgestellt, dass die Sex Pistols im
Juni spielen. Kostet nur 46$ - 30 Euro für die Pistols, finde ich
schon fast ok! Weiter ging der Abend im Double Down Saloon um die
Ecke, einer Punkrock-Bar, die 24h geöffnet hat und häufig kostenlose
Konzerte anbietet, allerdings von Bands, von denen man auch nie
was gehört hat. Ansonsten ist der Laden auch schon ein ziemliches
Drecklock, obwohl Barmann Scott für excellente Betreuung gesorgt
hat. Na gut, er ist nett, weil er vom Trinkgeld lebt, das bei jeder
Runde in Höhe von 1$ fällig ist. Von den übrigen armseligen Gestalten,
die sich in dem Schuppen haben vollaufen lassen, haben wir auch
einen Typen namens Matt kennen gelernt, der uns zwischen irischem
Whisky und Jägermeister Handybilder von den Titten und der Pussy
seiner Freundin und seiner Waffensammlung gezeigt hat. Man kann
nur hoffen, dass der Typ nicht irgendwann vor meiner Haustür steht.
Dieser Abend hat kohlemässig auch noch mal richtig reingehauen.
Der nächste Abend bot dagegen gastronomisch noch mal ein Highlight,
nämlich der Besuch einer Biker-Bar in Downtown Vegas, also in dem
„alten“ Teil der Stadt aus den 40er bis 60er Jahren, aus jener Zeit,
bevor sich die Casinos zum Strip hin orientiert haben. Die Gäste
sahen so aus, wie die Typen aus den Biker-Dokumentationen auf DMAX
und die beiden Bardamen in Lederbikinis sprangen, kaum dass ich
mein erstes Papst in den Rachen schütten konnte, auf den Tresen
und tanzten und brüllten zu Redneck CountryRock Marke Hank III oder
so ähnlich, und: Ich glaube, sie hatten wirklich Spaß dabei! Kein
Touri-Scheiß! Ach ja: Hogs ´n´ Heifers heißt der Schuppen, den ich,
sollte ich noch mal ohne Ehefrau nach Vegas kommen, gerne wieder
besuchen würde. Nach einer kleinen Runde durch verschiedenen andere
Bars in Downtown, von denen keine an H´n`H rankam war auch der letzte
Saufabend in der Wüstenstadt vorbei. Am letzten Tag besuchten wir
noch den eigentlich hochgelobten Record City Laden in der Sahara
Ave, den ich aber enttäuschend fand, habe lediglich 3 Sonder-Editionen
der Joy Division Alben als CD (jeweils mit einem Live
Konzert) erstanden, was für einen Besuch im Heimatland des Rock
´n´ Roll schon sehr enttäuschend ist. Nun gut, konsumiert haben
wir trotzdem genug, wenn man den supergeilen Dollarkurs auf der
Kreditkartenabrechnung checkt, stellt man fest, dass der Urlaub
jeden Tag billiger wurde. Danke, amerikanische Immobilienkrise!
Der Rückflug war wie immer ein Albtraum, 14 Stunden in der Holzklasse
eingeklemmt sein. Und dann wurde auch noch nach einem Arzt gefragt,
eine Situation, auf die ich mich schon immer gefreut hatte. Dafür,
dass ich helfen konnte, habe dann zum Essen eine 2. Dose Bier umsonst
gekriegt. Danke somit auch an Delta Airlines! Trotzdem war´s insgesamt
ein cooler Trip, auch wenn ich nicht so schnell noch mal nach Vegas
müsste, allein schon, weil einem die omnipräsente 80er Jahre
Mucke-Beschallung (Restaurant, Pool, Casino...) auf den Sack geht.
Die einzigen 2 Dollar, die verzockt habe, habe ich übrigens im Double
Down in einen Black Jack Automaten im Tresen geschoben. Natürlich
komplett verloren!
Zuletzt gekauft: Blasters – Hardline LP, Cure – Head on the Door
LP, Siouxsie and the Banshees – Tinderbox LP, Special AKA – In the
Studio LP, Redskins – Neither Moscow nor Washington; Ramones – Sheena
is a Punkrocker 12”, Cure – The Walk 12”, Specials – Gangster 7”;
PI L – Flowers of Romance 7”; Generation X – Valley of the Dolls
7”
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31.03.2008
So, nur noch 10 Tage bis Pete Rockass die Koffer packt und nach Las Vegas jettet, um mit Pubass das berühmte Viva Las Vegas Festival auszuchecken. Ich bin ja bekanntlich kein ausgemachter Rockabilly-Spezialist, aber die Umstände waren dieses Jahr zu gut, um so ein Knaller-Event zu verpassen. Dieses Jahr spielen exklusiv Ray Collins Hot Club, was für mich eine Premiere darstellt – weiter kann man wohl kaum fahren, um eine Band aus Düsseldorf mal live zu sehen! Ich habe auch so eine Ahnung, dass eine durchaus ansehnliche deutsche Community am Start sein wird. Wer dabei ist und Lust hat, kann ja mal unter rockass@web.de Bescheid sagen. See you in Vegas!
Social D. Fans aufgepasst! Eine unglaubliche Zahl downloadbarer Live Shows etc. findet ihr unter sdsickboy.com. Frag´ mich aber bitte nicht, ob das legal ist! Immerhin ist die Seite mit verschiedenen offiziellen SD-Seiten verlinkt, so dass es zumindest halblegal aussieht. Zum Gucken und reinhören lohnt es aber allemal! Aus dem Gig in Münster wird wohl leider nix. Mike Ness geht dieses Jahr mit seiner Solo-Band auf Tour. Leider nicht in Deutschland.
Zuletzt gekauft: Cabaret Voltaire – Nag nag nag 12“; Drag the River – You can´t live this way LP; Eddie and the Subtitles – Fuck you Eddie LP; Smoke Blow – Colossus LP, Dirtbombs – We have you surrounded LP
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08.03.2008
Durch einen kleinen Unfall beim Renovieren sind unter der Record Riot
Rubrik zwischenzeitlich Termine aus dem letzten Jahr im Netz gewesen.
Der Fehler ist mittlerweile ausgebügelt, man kann sich auf viele
neue und bekannte Konzert-Highlights im Kulturtempel an der Hafenstrasse
freuen: Carbonas, Black Lips, Mojomatics, Nine Pound Hammer und viele
coole Bands mehr geben sich die Ehre.Leider gibts noch keine weiteren
News über Social D., die Old School HC Asis von Negative Approach
sind dagegen für das Vainstream Festival im Juni gebucht.
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15.02.2008
Man kann die Inhalte von rockass-fanzine.com ab sofort als rss-feed
abonnieren. Das ist eine Art Nachrichtenticker, der dem Abonnenten
anzeigt, dass was Neues auf der Seite passiert ist. Er bietet dann
einen Link an, der zu der entsprechenden Seite führt. Um zu abonnieren,
muss man auf das rss-feed Symbol klicken (Rot, Punkt mit 2 Wellen
rechts davon), das je nach Browser irgendwo rechts oben auftaucht,
bei Firefox z.B. in der Adresszeile, beim Internet-Explorer unter
dem „Stopp“ Button. Checkt es aus!
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12.02.2008
Hey, es geht das Gerücht um, dass Social Distortion im Sommer auf Festival-Tour kommen und im Münster das Vainstream-Festival im Juni headlinen sollen. Das wär ja was. We´ll keep you informed!
Ja, ist es denn wahr: Es gibt schon wieder einen neuen Beitrag auf
rockass-fanzine.com. Unter dem Button "Bands" findet Ihr eine Monographie
über die Butthole Surfers. Viele Leute behaupten ja,
die 80er Jahre wären musikalisch total beschissen gewesen; ich behaupte,
diese Dekade war das beste und kreativste Jahrzehnt überhaupt. Nur,
die Früchte des musikalischen Undergrounds wurden erst in den frühen
Neunzigern geerntet und zwar nicht von den Bands, die bestimmte
Sachen zuerst und unter widrigen Umständen gemacht haben: Hüsker
Dü, Mission of Burma, Descendents, Meat Puppets, Big Black usw.
sind nie reich und berühmt geworden. Die "Butties" haben zumindest
etwas kommerziellen Erfolg gehabt, auch wenn ihre Musik zu diesem
Zeitpunkt schon scheiße geworden war. Egal, ich liebe ihre ersten
4 LP´s und wer die am Stück hintereinander hören kann, den
lade ich zu einem Abend Freibier im Rick´s Café ein. Viel Spaß beim
Lesen!
Die Reviews-Sektion wird übrigens laufend aktualisiert und zwar
gilt dasselbe Prinzip wie für das Printprodukt: Nur gekaufte Sachen
werden rewievt, kein Promo-Schrott. Wundert Euch also nicht über
ausschließlich positive Kritiken.
Zuletzt gekauft : Cock Sparrer-
Here we stand PicLP
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09.02.2008
So, mal wieder was essentiell Neues auf der Rockass-Seite: Interviews
mit den Briefs und MOTO unter "Bands",
2 fantstische Kombos, die ich immer noch obergeil finde. Damals
hätte ich noch gedacht, dass die Briefs noch richtig "groß"
werden, aber dann ist ihr Major-Deal doch noch geplatzt. Wahrscheinlich
besser so! Ich bin immer noch ein kleines bißchen stolz, beide Bands
interviewt zu haben.
Zuletzt gekauft : Eater- Thinkin´ of the USA 7" Metallica- Master
of the Puppets LP; Jam- Live at the 100 Club LP, Ryan Adams- Jacksonville
City Nights DoLP, Rivers Cuomo- Alone LP, Samhain- Final Descent
LP, Johnny Burnette Trio- Rockabilly Boogie LP
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17.01.2008
Die Rezillos Tour ist, wie man so hört, abgesagt worden, nachdem die ganze Tour für Deutschland durch Tom von Weird World (das ist der, der die proktologische Kolumne im Ox-Magazine führt) bereits gebucht war, weil dem englischen Manager der Band insgesamt zu wenig Kohle dabei rumkam. Das ist natürlich organisatorisch ganz großes Tennis, hätte der Penner ja vorher schon mal sagen können, was er denn pro Show mindestens haben möchten. Was glaubt er eigentlich, was die Rezillos hier im Lande für einen Stellenwert haben, denkt er, die kommen gleich nach den Stones? Ins Gleis wären geschätzt 120 Gestalten eingelaufen, die sich für obskure Punk/Wave Kombos aus den Siebzigern interessieren. Schade für den deutschen Promotor, der viel Arbeit für nix investiert hat und dem (wahrscheinlich einkalkulierte) Einnahmen ersatzlos wegfallen.
Zuletzt gekauft : Press Gang - 7 Track EP; Babyshambles- Delivery 7" (Fuck the Yellow-Press-Shit, great Popsong!), Interpol - Antics (180g Repress), Guns ´n´Roses - Appetite for Destruction (orange Vinyl)
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07.01.2008
Das Jahr fängt ja schon gut an: Habe ich mich zum Jahresausklang 2007 aufs Heftigste beschwert, dass außer den Rezillos wenig Interessantes an Punk- und punkverwandten Bands im Frühjahr on the road geht, kam gerade die Nachricht rein, dass eben diese ihre Tour und somit auch den Gig im Gleis 22 abgesagt gaben. Kacke! Partypunk Tip des Monats bleiben somit die Rämouns am 11. Januar, Topact im Februar bleiben die Toyotas zusammen mit Press Gang. Im März erfreuen uns dann Les Breastfeeders aus Kanaduh! Tip der Saison!
Noch n´ Tip für alle, die wie ich stundenlang über Plattenlisten, -katalogen u.ä. abhängen können, ist die Neuauflage vom Flex Book Nr. 3 mit ca.4000 Reviews zum Thema US-Punk und Hardcore mit allen discographischen Daten, die man als Plattennerd so braucht. Der Herausgeber scheint im Übrigen ein fanatischer Misfits - Fan zu sein. Aber bei denen kent der Sammlerwahn ja bekanntlich keine Grenzen. Möchte mal wissen, für wieviel deren erste 7"es so über den Tisch gehen.
Gibts bei Green hell oder www.fuzzlogic.com/flex
Zuletzt gekauft : 999- Nasty, nasty und Me and my desire 7 ", Elvis Presley- Memories of Elvis LP, Bobby Fuller- Rock ´n´Roll King of the Southwest LP
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